„Pax et Bonum“ HERZLICHST WILLKOMMEN - Fünf sind geladen, Zehn sind gekommen. Gieße Wasser zur Suppe, Heiß alle WILLKOMMEN. - *** Alles schweigt, nur die Referenzen sprechen. ***

Harem


Harem

Das Wort Harem geht auf das arabische ”Haram” zurück, das ”verboten” bedeutet. Die später auch neue Bedeutung von ”geschützt, reserviert” angenommen hat. Das unvergleichbare und abwechslungsreiche Leben im Harem, über das es viele fantastische Spekulationen gab, ist trotz verschiedener Quellen nicht genau zu beschreiben. Da durfte niemand hinter die Kulissen schauen und kann man es als ’eine Welt für sich selbst’ beschreiben.

Der Harem war die Frauenabteilung des regierenden Sultans. Im osmanischen Sozialleben war der Harem für alle Menschen natürlich unzugänglich und für alle Männer außer dem Sultan ein verbotenes Gebiet. Nur bestimmte Räume durften von einigen Eunuchen betreten werden, die Sultansmutter war die unumstrittene, wichtigste Person. Als Mutter des Sultans war sie daher die Ranghöchste des Harems und stark respektierte Frau. Sie konnte den gesamten Haremsbezirk beherrschen, weil sie Sultansmutter war. Ihr Zimmer war am wertvollsten eingerichtet. Sie wurde von den obersten Palastdienerinnen und Dienstältesten bedient. Im Harem waren sieben Meisterinnen mit ihren Stellvertreterinnen beschäftigt. Die Diensthöchste war die Schatzmeisterin, der alle Sklaven unterstellt waren. Sie war für die Sicherheit der Schatzkammer zuständig.

Außer ihr, arbeiteten hier die Wäschemeisterin, die Kaffeemeisterin, die Bademeisterin, die Versorgungsmeisterin etc. Die Meisterinnen wurden vom Sultan selbst ausgewählt. Sie waren die Persönlichkeiten, die den Sultan bedienen und umgeben durften. Sie befahlen den anderen und wickelten die Wächter um den kleinen Finger. Alle waren hübsch, gut erzogen, gebildet, schlicht und schön gekleidet.

Es konnten entweder die Sklavinnen oder die Töchter der vornehmen Familien im Harem zur Favoritin aufsteigen. Die Sklavinnen waren für den Sultan gekaufte oder ihm geschenkte Frauen und zwar immer nichtmoslemischer Herkunft, da es den Moslems verboten ist, Glaubensbrüder zu versklaven. Wenn sie dem Geschmack des Sultans entsprachen, bekamen sie eigene Zimmer und warteten auf eine Nacht mit dem Sultan. Das System mit den Töchtern der vornehmen Familien war anders und zwar wurden sie im Alter von 10-12 Jahren in den Harem gebracht und nach der Entscheidung des Sultans über ihre Aufnahme, in bestimmten Räumen von der Obererzieherin erzogen. Sie wuchsen praktisch im Harem auf, hatte ein Mädchen seine Ausbildung beendet und wollte nicht länger im Harem bleiben, so war es ihr durchaus erlaubt, zu heiraten. Es wurde für sie ein geeigneter Mann gesucht und zwar meist unter den hohen Palastbeamten. Sie erhielt eine Aussteuer und eine Wohnung vom Sultan, der in diesem Augenblick die Rolle des Vaters übernahm. Der Sultan galt als Nachfolger des Propheten und war somit heilig. Wenn er sich ein Mädchen für die Nacht ausgesucht hatte, so verlor es in den Augen der Untertanen nicht seine Unschuld. Jede Favoritin hatte den Wunsch, dem Sultan den ersten Sohn zu gebären. Nur der erste Sohn gab ihr die Chance, eines Tages als Mutter des neuen Sultans den ganzen Harem unter ihrer Kontrolle zu haben. Da der erste Sohn nach dem Tode seines Vaters den ”Sultanstitel” darf  übernehmen. Ihre Schönheit und Klugheit waren ihr einziges Kapital, das sie bewusst und umsichtig einsetzen musste, um am Leben zu bleiben und um an die Macht zu gelangen.

Bemerkenswert ist, dass die Sultane selten heirateten, es gab also keine königlichen Hochzeiten wie in den christlichen Ländern. Fast alle Sultane stammten daher von ausländischen Sklavinnen ab, die aber durchaus fürstlichen Titel haben konnten. Die drittwichtigste Person war der oberste schwarze Eunuch, dessen Wohnräume im Vergleich zu den anderen Eunuchen schöner und größer waren. Die einfachen und neu eingeführten Schwarzen schliefen in den kleinen Räumen schichtweise nacheinander. Die Aufgaben des obersten Eunuchen bestanden darin, die schwarzen Eunuchen zu kontrollieren, die Geldangelegenheiten des Harems zu regeln und die Frauen dem Sultan zuzuführen. Sie waren dafür zuständig, die Frauen und Mädchen zu baden, zu enthaaren, zu schmücken und anzuziehen. (Im Orient hatte jeder reiche Mann in seinem Harem Eunuchen als Wächter). Meistens besorgten die Sklavenhändler Eunuchen für den Harem. Sie kauften die Knaben von armen Eltern in Afrika, Asien und Europa. Manche der Eunuchen, die aus dem Palastdienst entlassen waren, haben sogar geheiratet, um nicht allein leben zu müssen.

Im großen Haremskomplex, der z.B. im Topkapi Palast 400 Räume, 10 Bäder, 2 Moscheen, ein Krankenhaus und ein Gefängnis umfasste, wohnten nicht nur der Sultan und die Haremsdamen, die Sultansmutter, die Eunuchen, und die Diener. Hier lebten auch die Prinzen, die ledigen Sultanstöchter und in den letzten Jahrhunderten sogar die Sultansbrüder.

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