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Idil Biret


Idil Biret – Pianist, Komponist

Idil Biret erhielt ihre pianistische Ausbildung am Pariser Konservatorium von Nadia Boulanger und schloss mit 15 Jahren ihr Studium mit drei Preisen ab. Sie vervollständigte ihre Ausbildung dann bei Alfred Cortot und hatte Wilhelm Kempff Zeit seines Lebens als Berater.

Seit ihrem 16. Lebensjahr spielte Idil Biret in den bedeuteten internationalen Konzertsälen und u.a. mit dem London Symphonie Orchester, dem Boston Symphonie Orchester, dem Leningrader Philharmonischen Orchester, dem Leipziger Gewandhaus Orchester, der Dresdner Staatskapelle, dem Orchester Suisse Romande, dem Tokyo Philharmonischen Orchester, dem Orchestre National de France und dem Sydney Symphonie Orchester. Sie spielte u.a. unter der Leitung Hermann Scherchen, Pierre Monteux, Eric Leinsdorf, Rudolf Kempe, Gennadi Rozhdestvensky, Aaron Copland, Rafael Frühbeck de Burgos, Charles Mackerras, Jean Fournet, Moshe Atzmon und Hiroyuki Iwaki. Idil Biret gab auch Konzerte bei den Festspielen von Berlin, Montréal, Istanbul, Dubrovnik, Montpellier, Nohant, Royan und Athen. Sie trat mit Yehudi Menuhin mit den Beethoven Sonaten und mit Wilhelm Kempff mit Mozarts Konzert für zwei Pianiforti auf.

Auf Einladung von Emil Gilels startete Idil Biret 1960 ihre erste Konzerttournee in die ehemalige UDSSR und gab dort 16 Konzerte. Während der Jahre folgten noch viele Besuche und sie trat in ca. 100 Konzerten in den großen Konzerthallen von Moskau, Leningrad und anderen Städten auf. Ihr Debut in Amerika erfolgte im Jahr 1963, wo sie in einer sechs Konzerte umfassenden Reihe mit dem Boston Symphony Orchestra unter Erich Leinsdorf das 3. Klavierkonzert von Rachmaninov spielte. Dasselbe Konzert gab sie im gleichen Jahr in London unter Pierre Monteux.

U.a. erhielte sie folgende Auszeichnungen: den Lily Boulanger Gedenkpreis in Boston; die Harriet Cohen / Dinu Lipatti Goldmedallie in London; den polnischen Preis für künstlerische Verdienste; den französischen, nationalen Ritterverdienstorden; Adelaide Ristori Preis (Italien). Sie war Mitglied von Preisrichterjurien bei mehreren Klavierwettbewerben, so u.a. bei dem von Van Cliburn (USA), Königin Elisabeth (Belgien), Montreal (Canada), Liszt (Weimar) und von Busoni (Italien).

Die zahlreichen Aufzeichnungen der Interpretationen von Idil Biret, mit über 70 bis 1997, umfassen Weltpremieren der gesamten Beethoven Symphonien in der Bearbeitung von Liszt bei EMI (6LP/1986), sämtliche Klavierwerke von Chopin (15CD/1992), Brahms (12CD/1997), Rachmaninov (10CD/2000) und die drei Klaviersonaten von Boulez bei Naxos (1995), sowie die Klavierwerke und Bearbeitungen von Wilhelm Kempff bei Marco Polo (1991). 1995 wurden Idil Birets Aufnahmen der gesamten Werke Chopins mit dem “Grand Prix du Disque Frédéric Chopin”, dem speziellen Jurypreis in Polen ausgezeichnet. Im selben Jahr gewann sie mit den Aufnahmen der Sonaten von Boulez einen “Diapason d’Or” Preis in Frankreich; diese wurden als die besten Aufnahmen des Jahres von der Zeitung Le Monde ausgewählt.

Ebenfalls für Naxos nahm sie die Etüden von Ligeti auf und das Feuervogel-Ballet in der Klavierfassung von Strawinsky; beide Aufnahmen wurden im Jahr 2003 veröffentlicht. Der Verkauf ihrer Naxos Aufnahmen nähert sich inzwischen der 2 Millionen Marke weltweit verkaufter Tonträger. Zur Zeit nimmt Biret die kompletten Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven auf.

Die Idil Biret Archive enthalten alle ihre Studio-Aufnahmen und beinhalten ebenso fast alle Einspielungen für Radio und Fernsehen. Unter Beachtung des Copyrights werden alle nicht kommerziell veröffentlichten Aufnahmen unter dem IBA Label herausgebracht. Die erste Veröffentlichung hieraus erfolgte im Januar 2004 mit den in den Jahren 1985/86 für die EMI eingespielten Beethoven Symphonien in der Klavierfassung von Franz Liszt. Später werden die 9 LPs, aufgenommen für das amerikanische Plattenlabel Atlantic/Finnadar, folgen. Neu eingespielte Werke wie auch der Beethoven Sonaten-Zyklus werden ebenso unter dem IBA Label veröffentlicht.

In kompletten Zyklen spielte Idil Biret die Werke von Beethoven und Brahms. In den 1980er Jahren gab sie zwei Konzertserien mit den 32 Beethoven Sonaten und den 9 Symphonien in der Lisztschen Klavierfassung. Letztere wurden auch von Radio France live ausgestrahlt. In den 1990er Jahren spielte sie in fünf Konzerten alle Beethoven Klavierkonzerte, die Choralfantasie und das Tripelkonzert. 1997 hat Idil Biret in Deutschland sämtliche Soloklavierwerke von Brahms in fünf Konzerten gespielt sowie an einem Abend beide Klavierkonzerte des Komponisten.

© Ahmet Aybar 2012

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